Platanakia
EINE DÖRFERWANDERUNG im NORDEN bei PLATANAKIA
Wanderfreunden ist Samos nur zu empfehlen, bisher habe ich noch keine vergleichbar waldreiche und abwechslungsreiche Insel in Griechenland erlebt ...
Das Wandern dürfte klimatisch bedingt insbesondere von Mai bis Mitte Juni und wieder ab Mitte September zu empfehlen sein.. Wanderbegeisterte lassen sich am besten im Norden nieder, z. B. Kokkari (war auch unser Standort). Gerade im Norden gibt es schattige Wälder, schöne Weindörfer zum verweilen... kurzum ein Paradies. Im Westen (Pythagorion) sieht die Landschaft trist aus, zum Wandern (eher) nicht geeignet. Auch kann man von Kokkari aus teilweise direkt loswandern. Zudem hat die Umgebung schöne Strände zu bieten. Möchte man mehrere Wanderungen unternehmen, so bietet sich ein Mietwagen für mehrere Tage an.
Wir waren Anfang bis Mitte Mai 2005 dort, einfach herrlich die blühende Natur. Von den insgesamt neun Wanderungen, die wir unternommen haben, kann ich eigentlich (fast) alle empfehlen, aber eine war besonders schön.
Die Dörferwanderung von Platanákia über Manolátes, Stravrinides, Ano Agios Konstantinos zurück nach Platanákia.
Landschaft bei Manolates (aufgenommen beim Spaziergang rund um das Nachtigallental)
Der große Waldbrand 2000 hat hier zum Glück keine Spuren hinterlassen. Die mit Pausen etwa 5 Stunden lange Tour (ohne Pausen etwa 3,5 Stunden) ist relativ gut markiert (was ansonsten auf Samos nicht der Fall ist).
Ohne guten Wanderführer würde ich aber nicht auf Wanderschaft gehen (z. B. Tourbeschreibung bei Rother Wanderführer, Tour 18).
Los geht’s an der Abzweigung in Platanákia, der Asphaltstraße in Richtung Manolates. Vorbei am Bach im Nachtigallental geht es nach einer guten viertel Stunde bei einem gelben Haus auf einen aufwärts führenden Pfad, der sich durch Weinberge schlängelt.
Weinberge, auf den Weg nach Manolates Vorbei an einer Kapelle mit schönem Blick auf die grüne Landschaft mit Weinanbau erreicht man später wieder die Asphaltstraße. Leider muss man das letzte Stück, etwa 15 Minuten, wieder auf der Asphaltstraße gehen, um Manolates, das etwa 350 m hoch liegt, zu erreichen.
Hier geht man durch den Ort durch, und gönnt sich eine Pause. Am schönsten finde ich es bei Loukas, oberhalb (und am Ende) des Dorfes.
Mit wunderbarer Aussicht, einen guten (trockenen) Hauswein wird man für die Strapazen belohnt und kann sich dort herrlich ausruhen.
Gestärkt geht es weiter, wieder ins Dorf hinunter. Mitten im Dorf an einem markierten Laternenpfahl geht die Wanderung weiter nach Stavrinides. Zunächst ein Pfad, der sich um das Tal herum schlängelt, geht dieser später in eine Schotterstraße über, die wir aufwärts weiter wandern.
Vorbei an der Kapelle von Johannes dem Täufer mit schöner Aussicht geht es weiter über die Schotterstraße (keine Angst, hier fahren keine Autos) nach Stavrinides. Das sehr ruhige Dorf hat sich herausgeputzt, wir legen jedoch nur eine kleine Rast am Hauptplatz ein. Touristen lassen sich hier wohl nicht so oft blicken. Durch das Dorf hindurch geht es abwärts.
Teilweise über alte Pfade (Kalderimis genannt) und über die Schotterstraße. Leider sind durch den Bau von Schotterstraßen die alten Kalderimis nicht mehr alle erhalten. Hinab geht’s nach Ano Agios Konstantinos, ein kleiner Weiler in schöner Landschaft, zur dortigen spätbyzantinischen Kirche, wo wir auch Autotouristen antreffen.
Weiter auf einer Betonstraße geht’s nach Agios Konstantinos, wo wir an der Promenade noch einen griechischen Kaffee zum Ausklang trinken, bevor es wieder zum Ausgangspunkt in etwa 10 Minuten zurückgeht.
Wer nicht so lange gehen möchte, aber trotzdem einen Eindruck von der Landschaft rund um das Nachtigallental bekommen möchte (und vielleicht dann doch die o. g. Wanderung unternimmt), dem sei ein Spaziergang durch das wunderschöne Nachtigallental empfohlen.
Eine etwa, mit Pausen, rund 2 ½ Stunden lange Wanderung ist im Rother Wanderführer unter der Nummer 15 beschrieben.
Dabei werden zwei Touren beschrieben, wobei wir die zweite Variante unternommen haben.
Nicht schwer, aber mit wunderschönen Aussichten.
Lutz

